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Die orthopädisch-rheumatologische Rehabilitation


Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen.

 

Der Betroffene bezeichnet mit Rheuma schmerzhafte Zustände im Bereich der Bewegungsorgane und der Wirbelsäule mit Einschluss der näheren und weiteren Umgebung.

Die Fachnomenklatur hingegen unterscheidet streng einerseits zwischen den rheumatisch-degenerativen, durch Verschleiß bedingten Krankheitsbildern, wie z.B. Arthrosen, Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankungen sowie Neuralgien und andererseits den primär entzündlichen Rheumaerkrankungen, z.B. chronische Polyarthritis, deren Ursache in einer Fehlfunktion der körperlichen Abwehr mit nicht adäquater Immunantwort liegt.

 

Der Therapieansatz zwischen degenerativen und entzündlichen Rheumaerkrankungen ist grundverschieden und hat sich erst in neuerer Zeit differenziert. Meist denkt man bei einer »Rheumakur« in erster Linie an Badeorte mit jod- oder schwefelhaltigen Thermalquellen oder an die klassischen Moorbäder, was für die entzündlichen Rheumaerkrankungen neben Medikamentenanwendung auch heute noch im Vordergrund steht.

 

Das orthopädisch-rheumatologische Therapieprinzip bei den viel häufigeren degenerativen Rheumaformen, mit welchen wir es bei den Höchenschwander Patienten zu tun haben, ist anderer Art. Auf Medikamente kann in der Regel verzichtet werden, wohl aber wird auch von der heilenden oder lindernden Wirkung der genannten balneologischen Anwendungen vielfach Gebrauch gemacht, der Therapieschwerpunkt aber liegt in der physikalischen Behandlung, gepaart mit Übung und Training (Bewegungstherapie, s. Dr. Eifler).

 

 

Was also kann Höchenschwand dem Rheumatiker bieten?
Die hier zu behandelnden Rheumaerkrankungen haben ihre Ursache in Fehl- und Überbelastung mit der Folge vorzeitigen Verschleißes und Abnützung, die zu Reizzuständen und auch zu sekundärer Entzündung führen können. Das Resultat sind Funktionsstörung und Schmerzen, die Behinderung zur Folge haben; sie beeinträchtigen die persönliche, familiäre und beruflich-soziale Entfaltung. Die Lebensqualität ist gestört. Spätestens jetzt müssen umfangreiche Bemühungen einsetzen, die Funktionsstörungen zu beheben und die Wiedereingliederung ins soziale Leben zu ermöglichen.

Die Zielsetzung der Rehabilitation formuliert am deutlichsten der Betroffene:
Er wünscht Schmerzbefreiung, die Beseitigung der Behinderung und die Rückgewinnung der Mobilität. Voraussetzung ist eine umfangreiche Diagnostik und das Erfassen des Leistungsvermögens.

 

Jede erfolgreiche Behandlung hat eine genaue Diagnostik und das Erfassen des Leistungsvermögens zur Voraussetzung. Diese weist den Weg zum geeigneten Therapieansatz. Eine breite Palette krankheitsorientierter Behandlungen kommt zum Einsatz. Der Erfolg aller ärztlichen Bemühungen hängt von zwei Bedingungen ab, nämlich von der noch vorhandenen Restbelastbarkeit und ganz besonders von der unabdingbaren Bereitschaft des Patienten, am therapeutischen Prozess mitzuwirken.

Entlastet vom Stress der Arbeitswelt und der Alltagssorgen kann sich der Patient am Kurort auf die Behandlung konzentrieren. Dies gelingt umso leichter, da er von vielen Gleichgesinnten umgeben ist, die dasselbe Ziel haben. So kommt es durch gegenseitige Motivation zur aktiven Mitarbeit. Der Patient wird selbst aktiv, er wird vom Behandelten zum Behandler.

 

Geführt wird der Patient vom Arzt und von Krankengymnasten. Letzterer weist ihn in die aktive Übungs- und Bewegungstherapie ein. Voraussetzung ist das Erkennen von Fehlhaltungen, von muskulären Dysbalancen und von Bewegungseinschränkungen sowie das Wissen um die medizinischen Diagnosen und ärztlichen Zielsetzungen. Dieses Ziel ist ein ausbalancierter statischer Aufbau, eine harmonische Muskelfunktion und ein normales Bewegungsmuster. Die krankengymnastische Behandlung ist heute in allen Höchenschwander Kliniken eine wesentliche Säulen der Therapie rheumatisch-degenerativer Erkrankungen.

 

Angeregt zur Aktivität wird der Patient auch durch die naturgegebenen Vorteile von Höchenschwand:

Die Wirkung der Klimafaktoren (s. Prof. Wurm) und die Schönheit der Landschaft. Das weit verzweigte Netz der Terrainkur und Wanderwege im Wald, zwischen Wiesen und Feldern mit teilweise herrlichen Aussichtpunkten und stillen Rastplätzen animiert zu langen Spaziergängen und ausgedehnten Wanderungen. Im Winter ist der Skilanglauf eine ideale Sportart zur Unterstützung der spezifischen krankengymnastischen Therapie. Das zweite Standbein der Physiotherapie: die Balneotherapie und die Massagen ergänzen die aktive Übungstherapie sinnvoll. Die Technik ermöglicht es, auch die ortsfremden Heilmittel anzuwenden: Temperierte Bewegungsbäder, Naturrnoorbäder, Mineral- und Kohlensäurebäder.

 

Wir wissen, dass die balneotherapeutischen Verfahren in komplizierte Regelmechanismen eingreifen und die Restgesundheit stärken. In Höchenschwand steht eine Vielzahl von Therapieeinrichtungen und von gut ausgebildeten Therapeuten zur Verfügung, so dass gezielt jedes Krankheitsbild entsprechend behandelt werden kann.

Der Arzt erstellt und überwacht das Kurregime, er informiert den Patienten über die Folgen einer ungesunden Lebensweise, regt an zu gesunder, ausgewogener dosierter Aktivität. Das Verantwortungsbewusstsein für die eigene Gesundheit wird geschult.

 

Abschließend kann somit festgestellt werden, dass die Rheumatherapie in Höchenschwand eine sehr breite Basis hat, die den heutigen Anforderungen der Medizin nicht nur entspricht, sondern auf dem Gebiet der orthopädisch-rheumatologischen Rehabilitation sogar Schrittmacher ist.