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Behandlung der AtemwegserkrankungenDie Behandlung von Atemwegserkrankungen im Hochgebirgs- und Mittelgebirgsklima ist, auch im Rahmen der Rehabilitation, seit Jahrzehnten etabliert. Neben den unspezifischen Atemwegserkrankungen, wie chronisch-obstruktive Bronchitis, Asthma bronchiale bei diversen exogen-allergischen Erkrankungen, der Rhinokonjunktivitis (Nase und Augenbindehaut) und der Sinusitis (Nebenhöhlen), wurde auch die Tuberkulose im Mittelgebirgs- und Hochgebirgsklima behandelt. Höchenschwand liegt an der Grenze des Mittelgebirgsklimas zum Hochgebirgsklima. Innerhalb der Reizstufen eines Mittelgebirgsklimas besitzt Höchenschwand mit Stufe 3 die höchste Reizstufe. Pulmologische Indikationen sind alle Atemwegserkrankungen, wie die chronische Bronchitis, die NH-Erkrankungen, das Asthma bronchiale und die Rhinokonjunktivitis allergica bei diversen exogen-allergischen Erkrankungen, aber auch das Infekt-Asthma und das Lungenemphysem.
Das Höchenschwander Klima zeichnet sich aus durch eine ausgesprochene Allergenarmut. Besonders die Hausstaubmilbe wird in diesen Höhenlagen kaum mehr angetroffen, aber auch die Konzentration von Schimmelpilzsporen und Pollen ist weit geringer als in den Tälern, bzw. im Flachland. Die Hausstaubmilbe benötigt zu ihrer Vermehrung eine Luftfeuchtigkeit von 70 -80% und ein Temperaturoptimum von etwa 25 - 28°C. In Höhenlagen über 1000 m Ü. M. bleibt aber die Luftfeuchtigkeit über das ganze Jahr hin sehr niedrig, wegen der relativ langen Winterperiode mit den entsprechenden niedrigen Temperaturen werden die Häuser häufiger und länger beheizt und bleiben so relativ trocken. Dieses verhindert auch Schimmelpilzbefall. Allergiker profitieren davon sowohl kurz- wie auch langfristig. Nach stationären Heilbehandlungen im Höhenklima tritt häufig eine lange Erscheinungsfreiheit auf. Neben der Allergenarmut sind es aber auch Luftreinheit und Föhnfreiheit, die Bronchitikern und Asthmatikern Nutzen bringen.
Höchenschwand weist eine ausgesprochene Ausgewogenheit von Schon- und Reizfaktoren auf. Die natürlichen Aerosole, die wir in den ausgedehnten Nadelwäldern rund um Höchenschwand antreffen, vermögen auf Grund ihres Gehaltes an ätherischen Ölen einen positiven Einfluss auf die Atemwegserkrankungen auszuüben. Eine der wichtigsten Forderungen in der Allergologie ist die Vermeidung krankmachender Allergene, kurz die Allergenkarenz. Allergiker sollten bevorzugt in der Zeit das allergenarme Höhenklima aufsuchen, in der am Heimatort eine bekannte starke Allergenbelastung auftritt.
Im Rahmen der Inhalationstherapie erfährt der Patient den Selbstumgang mit der Therapie und erlernt auch die sachgerechte Wartung und Reinigung seines Inhalationsgerätes.
Überhaupt nimmt die Patienteninformation oder Patientenschulung heute einen breiten Raum innerhalb des Kurortgeschehens und pneumologischer Rehabilitation ein.
Dies alles zeigt auf, dass der Erfolg einer Heilbehandlung von vielen einzelnen Faktoren abhängt. Die verschiedenen Bemühungen um den Patienten müssen Hand in Hand gehen. Ein geschultes Team aus Ärzten, Psychologen und Therapeuten kann dieses leisten.
Neben den nichtmedikamentösen Maßnahmen darf aber eine konsequent durchgeführte medikamentöse Therapie keinesfalls vernachlässigt werden! Die Gesamtheit der geschilderten, am Kurort möglichen Maßnahmen sind durchaus in der Lage, die Compliance (Mitarbeit) der Patienten entscheidend zu verbessern. Gerade bei den meist chronischen bronchopulmonalen Erkrankungen ist eine starke Compliance des Patienten über Jahre eine entscheidende Vorbedingung für den therapeutischen Erfolg. |


