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Dr. med. Klaus Kögler
Die Sarkoidose, früher auch Morbus Boeck genannt, ist eine Krankheit, bei der es zur Bildung von Granulomen (mikroskopisch kleinen Bindegewebsknötchen) kommt. Diese Granulome können sich überall im Körper bilden und dann zu Störungen der jeweiligen Organfunktionen führen. Die Erkrankung tritt häufig im jungen Erwachsenenalter bzw. mittleren Lebensalter und bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Die Ursache für die Sarkoidose ist bisher unbekannt.
80 000 Menschen in Deutschland wissen, dass sie an Sarkoidose leiden. Weil diese Krankheit eine Vielzahl von Beschwerden verursachen kann und noch zu selten an die Sarkoidose gedacht wird, rechnet man zusätzlich mit einer Dunkelziffer, die zwei- bis dreimal höher liegt. Dies lassen pathologische Befunde vermuten.
Welche Organe sind betroffen? Meist sind Lymphknoten geschwollen. Fast immer ist die Lunge beteiligt. Andere Organe können davor, danach oder auch gleichzeitig befallen sein, z. B. Augen, Herz, Haut, Nieren, Leber, Milz, Muskeln, Gelenke, Knochen und das Nervensystem. Leider ist eine Augenbeteiligung sehr häufig. Sie kann wenn nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, zu schweren Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Die Herzsarkoidose tritt häufiger auf als bislang angenommen.
Worauf ist zu achten? Gelenkschmerzen und -schwellungen, Hautveränderungen, Atemnot, anhaltender Husten, Fieber, ständige Müdigkeit, Grippegefühl, Leistungsminderung, Herzrhythmus, Gewichtsverlust, Lähmungserscheinungen, Seh- und Hörstörungen lassen Patienten den Arzt aufsuchen, der dann meist andere Krankheiten ausschließen muss, um eine sichere Diagnose zu stellen.
Wie ist der Krankheitsverlauf? Die akute Sarkoidose (Löfgren Syndrom) mit Erythema nodosum (bläulich-rote Hautflecken an den Streckseiten der Unterschenkel oder Arme) und beidseitiger Vergrößerung der Hilyslymphknoten kann im weiteren Verlauf eine Spontanheilung bedeuten.
Ein allmählicher Beginn, besonders mit Ausdehnung der Schädigungen auf mehrere weitere Organe, deutet auf einen chronischen Verlauf hin. Bei der Lunge kann die Beeinträchtigung bis zur Fibrose führen. Auch chronische Verlaufsformen sind rückbildungsfähig. Viele Patienten leiden unter Krankheitsschüben, deshalb sind regelmäßige Verlaufskontrollen beim jeweiligen Facharzt geboten.
Durch rechtzeitige Behandlung mit Kortison als Mittel der Wahl kann bei fast jedem Patienten das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten oder zumindest stark verlangsamt werden.
Die Sarkoidosebehandlung in Höchenschwand Seit Anfang der 50iger Jahre ist Höchenschwand zu einem Zentrum für Sarkoidose geworden, dank der jahrzehntelangen Erforschung dieser Krankheit durch Prof. Dr. Wurm. Im Laufe der letzten Jahre wurden in Höchenschwand viele tausend Sarkoidosepatienten betreut.
Bei der Sarkoidose handelt es sich nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand der Kenntnisse um eine Allgemeinerkrankung des ganzen Körpers im Sinne einer immunologisch-determinierten systemischen Reaktionskrankheit. Zwar ist ihre primär auslösende Ursache noch unbekannt, doch wissen wir, dass es sich um keine ansteckende und ebenso wenig um eine bösartige Krankheit handelt. Oft heilt die Sarkoidose ohne Anwendung von Medikamenten aus.
Da das primär auslösende Agens auf dem Wege der Einatmung in den Körper gelangt, wird in erster Linie und hauptsächlich die Lunge betroffen, doch kann im weiteren Verlauf jedes andere Organ im Körper mit befallen werden. Die Krankheitsdauer kann zwischen Monaten und Jahren schwanken.
Behandlungsgrundsatz und Ziel ist, die überschießende (hyperergische) Reaktionsweise mit Bildung so genannter Granulome zu unterdrücken, Suppression genannt. Sofern der betreffende Krankheitsfall ein medikamentöses Eingreifen erfordert, kommt hierfür das Cortison, ein körpereigenes Hormon in Betracht. Die noch aus der Einführungszeit des Cortisons herrührenden Nebenwirkungen sind, bei sachgemäßer, speziell der Sarkoidose angepasster Präparateauswahl, Dosierung und Verabreichungsform vermeidbar und daher die noch weit verbreiteten Befürchtungen unbegründet. Nur in Ausnahmefällen ist die Anwendung von Imurek oder Zytostatika erforderlich. Andere Heilmittel bei Sarkoidose gibt es nicht, viel früher verwendete Medikamente haben sich als unnütz erwiesen.
Die Besonderheit der Sarkoidosebehandlung in Höchenschwand besteht nicht nur in einer sarkoidoseangepassten Corticoid-Therapie, sondern vor allem auch in vielseitiger körperlicher Aktivierung im Sinne einer dem individuellen Leistungsgrad entsprechenden konsequenten Bewegungstherapie, dem wirksamstem Mittel zur Vermeidung von unerwünschten Medikamentenwirkungen. Im Unterschied zur hausärztlichen Behandlung oder derjenigen in einem allgemeinen Krankenhaus bietet Höchenschwand mit seinen speziellen Einrichtungen und dank seiner geographischen Lage, des "Dorfes am Himmel", in schönster Landschaft für eine Rekonditionierung einmalige Voraussetzungen, ergänzt durch physikalisch-balneologische Maßnahmen und individuelle Diät. Hinzu kommt der günstige Einfluss seines Heilklimas, das in einer Höhenlage von 1000 m über dem Meer frei von schädlichen Belastungsfaktoren, wie Schadstoffen, Schwüle und Nebel ist und sich durch ein günstiges Zusammenwirken von Schon- und Reizfaktoren (Reizstufe 3) auszeichnet.
Die im Laufe jahrzehntelanger Erfahrung erzielten Heilerfolge bei Sarkoidose und anderen Augenerkrankungen qualifizieren Höchenschwand als therapeutisches deutsches Zentrum nicht nur für alle Formen der Sarkoidose, sondern auch für alle Erkrankungen der Atemorgane und des Herz-Kreislaufsystems ohne Ruheinsuffizienz. Speziell auch bei diesen Krankheitsgruppen steht das erst in den letzten Jahre in der wissenschaftlichen Medizin erkannte Prinzip von der Notwendigkeit des Trainings im Vordergrund der Gesamttherapie.
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